Fachkräfte gesucht

Beitrag aus der Rheinischen Post vom 28.01.2019

Radevormwald. Die Suche nach geeigneten Mitarbeitern wird für den Kunststoffhersteller Heute + Comp immer schwieriger. Die eigenen Ausbildungsplätze werden nicht immer besetzt.

Der Ausbildungsmarkt hat sich zu einem Bewerbermarkt entwickelt. Auf viele freie Ausbildungsstellen kommen deutlich weniger Bewerber. Für die jungen Männer und Frauen bedeutet das, zwischen mehreren Ausbildungsstellen wählen zu können, für die Unternehmen wird die Konkurrenzsituation um die besten Azubis immer angespannter. Diese Veränderung spürt auch der Radevormwalder Kunststoffhersteller Heute + Comp, der aktuell über 200 Mitarbeiter mit Sitz an der Kaiserstraße beschäftigt.

Das Unternehmen sucht nicht nur Nachwuchs, um die eigenen Ausbildungsplätze zu besetzen, sondern auch erfahrene Fachkräfte für vakante Stellen. In beiden Bereichen ist die Suche schwierig. „Es gibt zu wenige qualifizierte Bewerber. Es mangelt oft an Deutschkenntnissen und an Zuverlässigkeit. Die guten Bewerber entscheiden sich oft für Unternehmen, die bekannter sind und eine größere Außenwirkung haben“, sagt Betriebsleiter Oliver Brell.

Harald Moser ist Prokurist bei Heute + Comp und kümmert sich auch um den Bereich Personal. Er will auf die erschwerten Bedingungen reagieren und das Personalmanagement auf den Bewerbermarkt anpassen. Bereits jetzt achtet das Radevormwalder Unternehmen darauf, schnell auf Bewerbungen zu reagieren. „Lange Wartezeiten auf eine Zu- oder Absage gibt es nicht mehr. Schnelligkeit ist nur ein Weg, um sich gute Fachkräfte zu sichern“, sagt er. Genauso wichtig sei ein freundliches und angenehmes Arbeitsumfeld, Übernahmechancen für Auszubildende sowie die Möglichkeit, an Fortbildungsmaßnahmen teilzunehmen.

Ado Turniz hat sein letztes Ausbildungsjahr bei Heute + Comp angetreten und blickt auf eine lehrreiche und erfüllende Zeit zurück. Mit dem Verlauf seiner Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker ist der 20-Jährige zufrieden. „Ich habe mich hier im Betrieb sehr gut eingelebt und finde das Team total nett. Man lernt hier viel.“ Dass seine Zukunft innerhalb des Unternehmens bereits jetzt, ein Jahr vor Ausbildungsende gesichert ist, gibt ihm ein Gefühl von Sicherheit. „Wir haben früh über die Übernahme gesprochen, um nicht nur für den Azubi, sondern auch für uns eine Sicherheit zu schaffen“, sagt Oliver Brell.

Der Kunststoffhersteller bildet aber nicht nur in handwerklichen Berufen aus, sondern auch in kaufmännischen. Für die Betreuung der Auszubildenden ist Mara Pusole zuständig. „Die kaufmännischen Ausbildungsplätze, zum Beispiel zum Informatik- oder Industriekaufmann sind deutlich beliebter als unsere handwerklichen Stellen. Diese Stelle besetzen wir immer relativ schnell“, sagt Mara Pusole. Um sie zu begeistern, brauchen Bewerber nicht nur fachliche Kenntnisse. Ohne soziale Kompetenzen klappt es nicht.

Wer eine Ausbildung bei Heute + Comp macht, startet diese bei Sona in Remscheid. Zwischen den Unternehmen besteht eine Kooperation im Ausbildungsbereich.

Harald Moser hofft, dass neue Maßnahmen und die neue Personalleitung, die Stelle wurde vor einigen Wochen besetzt, die Suche nach passenden Fachkräften erleichtern wird.